Zunächst etwas über die Teleskopgabel
der Regina:
Diese Bilder sind heute
seit über 50 Jahren Historie. Es gab damals vielfach böse Zungen, die der Regina-Gabel
die schrecklichsten Unfall-Geschichten andichteten, bei denen immer wieder die
filigran erscheinenden aus Schmiedealuminium hergestellten Gabelbrücken durch
Bruch die Ursache schwerster Unfälle gewesen sein sollten. Tatsache ist, dass
ich selbst mit einer Regina 1972 einen Unfall hatte, bei dem ich mich voll,
seitlich gegen einen VW- Käfer zu behaupten hatte, der mir die Vorfahrt auf
einer Hauptstrasse genommen hatte. Meine Regina sah damals genauso aus, wie die
auf den hier gezeigten Bildern des Fahrers Wagenhuber 1950. Verletzungen hatte
ich damals keine davongetragen. Da soll einer mal sagen, ein Motorrad hätte
keine Knautschzone! – Lassen wir den historischen Text zu den Bildern folgen:
Anlässlich der „Fahrt
durch Bayerns Berge 1950“, die an einem Tag über eine Strecke von 400 km führte
und sowohl den Teilnehmern wie den Fahrzeugen an Strapazen nichts ersparte,
errangen die
6 Goldene und 1 Silberne Medaille


Mit dieser hoffnungslos verbeulten
„Horex“ wurde die „Fahrt durch
Bayerns Berge“ durch gestanden. Uns was sagten die Rennfahrer?
Karlsruhe, den 16.8.1950
Geibelstraße 13
Firma
Horex-Columbus-Werk K. G.
z. Hd. Von Herrn Kleemann jr.,
Bad Homburg
Die bei diesem Rennen anwesenden Herrn
Ihrer Firma konnten sich von dem schweren Rennen selbst überzeugen und haben
Ihnen sicher zwischenzeitlich schon berichtet. Wie ich soeben aus der Zeitung
lese, hat auch Roland Schnell gestern in Ingolstadt, mit Ihrer Teleskopgabel
ausgerüstet, seinen ersten Sieg auf der Moto-Parilla errungen.
Die nicht benötigten Teile habe ich Ihnen am
vergangenen Samstag per Expressgut zu
Ihrer weiteren Verwendung zugesandt.
Bei dieser Gelegenheit danke ich Ihnen nochmals für
Ihr Entgegenkommen und werde Ihnen von meinen Erfahrungen weiterhin berichten.
Ihr
gez. Hermann Gablenz“
Karlsruhe, den 16.8.1950
Neckarstraße 39
Horex-Columbus-Werk K.G., Bad Homburg
Sehr geehrter Herr Kleemann!
Mit sportlichem Gruß
Ihr
gez. Roland Schnell“
Außerdem bin ich ein
begeisterter Anhänger des Zementbahn-Rennsportes und es ist mir gelungen beim
ersten Start auf der Frankfurter Zementbahn am 7. Mai 1950 auf meiner
Straßenrennmaschine mit serienmäßigen Fahrgestellteilen, wie Teleskopgabel,
Hinterradfederung und Naben die Bestzeit zu erzielen.
Die Belastungen auf der
Zementbahn sind meiner Meinung nach die höchsten, die an Gabel und Fahrgestell
gestellt werden.
Die Horex-Gabel ist für
mich als Rennfahrer eine Lebensversicherung.
gez.
Friedel Schön“

Friedel Schön mit seiner 350 ccm
Horex
auf der Zementbahn.



Links: Ab Regina 1 Aufbau der Gabelbeine mit hydraulischem
Stoßdämpfer am unterem Ende.
Rechts: Verstärkte Steuerkopflager, statt 4,75, 6mm Kugeln

Links: Ab 1952 schmaler Lenker, 68 cm, Normalausstattung. Neue Aufnahme für den
Scheinwerfer.
Rechts: Regina Hinterrad mit Federung, Schnitt durch den Antrieb. Zwischen
Antrieb und Nabe, Verbindung durch elastische Gummischeibe.


Links: Durch die Umstellung zum Fliehkraftregler fiel der Lenkerhebel
für „spät“ weg.
Viele „Haxen“ blieben unbeschädigt.
Rechts: Motorschnittbild – ab Regina 1 Stirnradantrieb der Nockenwelle.

Links: Steuerkette „Regina“. Mitte: Stößel ohne Hüllrohr „Regina“ –
Zylinderkopf und Kipphebelbock noch ein Guss – bei den Alu-Köpfen wurde der Kipphebelbock
aus Temperguss aufgeschraubt. Rechts: Der neue Stirnradantrieb seit „Regina 1“.

Alle Teile Motor Regina 250, 06er Gehäuse, zum Zusammenbau – Diese Teile
wurden im Winter 1994/95 neu zusammengebaut für die Wiederzulassung eines
„Altfahrzeuges“. Nun läuft und läuft und läuft er – aber nur, wenn er
angetreten
wird, dann aber sofort... – gebe ja zu, nach langem stehen manchmal auch erst
nach dem zweiten...
Nun zählt mal schön nach, ob nichts fehlt!
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